Konzept & Mission

Motivation, Ziele und Leitbild

Kindermuseen sind weltweit bestehende Einrichtungen der kulturellen Jugendbildung, angesiedelt zwischen „Lernlandschaft“ und „Erlebnisräumen“. Sie sind Entdeckungsorte, die Lernen mit „Kopf, Herz und Hand“ und Vergnügen verbinden. Im Zentrum stehen die Kinder und ihr Bedarf nach Bewegung und Spiel, ihre Neugier und ihr Wissensdurst. Alle Dinge im Kindermuseum dürfen erprobt und benutzt werden. Die Idee des Kindermuseums stammt aus New York und beginnt bereits 1899 mit der Gründung des „Brooklyn Children`s Museum“. Kindermuseen haben großen Erfolg, sie sind innovativ und zukunftsweisend in ihren Inhalten und Methoden. Sie ziehen eine breite Besucherschaft vom Krabbelkind bis zu den Großeltern an.

Das DiKiMu, das Dithmarscher Kinder- und Jugendmuseum, ist ein aktiver Bildungs- und Freizeitort. Es verknüpft die, auf materielle Gegenstände bezogenen Arbeitsweisen von Museen mit kultur- und spielpädagogischen Methoden.

Der entdeckende Umgang mit den Dingen wird anhand von interaktiven Ausstellungen mit MitMach-Stationen angeregt. Selbsttätig können die Kinder die Inhalte deuten lernen und Zusammenhänge spielend begreifen, Bekanntes oder Neues erforschen, selber oder mit anderen gemeinsam handeln. Es will Kinder (und Jugendliche) in ihrer Entwicklung zu selbständigen Persönlichkeiten fördern, indem es ihnen einen Handlungsraum zur Selbstbildung und zur vielfältigen, gemeinsamen Gestaltung ihrer Lebensumwelt bietet. Ihre sozialen, kulturellen und kognitiven Kompetenzen zu fördern und zu stärken, ist zukunftsweisend für die Herausforderungen einer globalen Gesellschaft. Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln, setzt das sinnliche Erleben und die Wertschätzung von Natur und Kultur und ihren Ressourcen voraus.

Das DiKiMu bietet Kindern (und allen anderen Besuchern) Möglichkeiten, sich mit Fragen der Menschheit, mit Alltagsthemen, mit Geschichte, Wissenschaft, Technik, Natur und Kunst auseinandersetzen zu können.

In Dithmarschen leben Menschen unterschiedlicher Nationalität und Herkunft. Eine demokratische Gesellschaft basiert auf der sozialen Integration und kulturellen Teilhabe aller Menschen. Das Kindermuseum bietet Wissen und Partizipation für alle Kinder. Es schafft mit seinen zugänglichen Ausstellungen zum Mitmachen auch Anlässe zur Begegnung von Menschen unterschiedlicher Lebensweise, in dem sie Andersartigkeit positiv erleben und die kulturelle Vielfalt und menschliche Individualität als gesellschaftlichen Reichtum anerkennen lernen.

Durch die Einbindung von Kindern und Jugendlichen in allen Bereichen, in denen dies möglich ist, trägt die Einrichtung aktiv zur Weiterentwicklung der Gesellschaft bei und bereichert den ländlichen Raum, in dem es sich befindet, denn

„Partizipation von Kindern und Jugendlichen ist kein Luxus, sondern für unsere Demokratie und das Leben in einem demokratischen Staat unerlässlich.

Ohne Engagement der Menschen in unserer Gesellschaft gibt es keine Demokratie. Doch demokratisches Verhalten muss gelernt werden, engagierte Bürger fallen nicht vom Himmel.“

(Prof. Dr. Waldemar Stange, Bildungsforscher an der Leuphana Universität Lüneburg, zum Auftakt des Jahres der Partizipation in München am 16. März 2010 in der Pasinger Fabrik).

So möchte das DiKiMu ein kompetenter Partner in der Zusammenarbeit und im konstruktiven Dialog mit allen sein, die in der Erziehung und Bildung von Kindern und Jugendlichen tätig sind oder sich für ihre sozialen und kulturellen Belange einsetzen. Es will den Austausch mit anderen Kindermuseen, mit der Museumspädagogik und Organisationen des Museumswesens pflegen.

Das Kindermuseum will Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (BNE) initiieren. Es beachtet in allen Bereichen nachhaltige Kriterien und einen verantwortlichen Umgang mit Ressourcen. So will das DiKiMu Anlässe für Beziehungen und Wertschätzungen zu sich selbst, zu anderen und zur Welt schaffen.

 

Ausstellungen und Themen

Jährlich werden wechselnde MitMach- Ausstellungen angeboten. Die Auswahl berücksichtigt zeitgerechte Themen, die pragmatisch und wirtschaftlich umgesetzt werden können. Sie erfolgt möglichst mit Beteiligung von Kindern, um ihre Interessen zu erreichen. Kinder wünschen sich, laut einer Befragung, Spannung und Abenteuer, sie haben Fragen zu ihrer Lebenswelt, zu unseren Beziehungen zur Natur und zu Tieren, nach Technik und Wissenschaft, Kunst, Musik und Geschichte.

Ergänzend zu den Wechselausstellungen soll – je nach Größe der Räumlichkeit – eine Dauerausstellung eingerichtet werden, um für die Besucher ein „Anker-Erlebnis“ zu schaffen, d.h. eine Konstante im Inhalt des DiKiMus trotz der wechselnden Sonderausstellungen.

Das Besondere an der Dauerausstellung ist der Bezug zu Dithmarschen: Hier sollen insbesondere regionale Besonderheiten thematisch interaktiv präsentiert und nach Möglichkeit mit Partnern aus der Region erarbeitet werden. Themenbeispiele sind die Schleuse in Brunsbüttel, das Thema Verkehr mit Mobilitätsanbietern aus der Region und der Verkehrswacht, eine Kinderbaustelle mit unterschiedlichen Bauunternehmern und Gewerken, ein „Chemielabor“ mit Partnern aus diesem Bereich oder ein „Energiezimmer“ – auch dies realisierbar mit vielfältigen Partnern aus der Region.

Diese kleineren Einheiten bieten den Kindern das Kennenlernen von regionalansässigen Firmen und Institutionen, den Partnern wiederum bieten sie einen positiven Imagetransfer und soziales Engagement in der und für die Region.


Interaktive Ausstellungen / Stationen zum Mitmachen

Eine interaktive Ausstellungsgestaltung fordert das „Mitmachen“ heraus. Bewusst werden Situationen geschaffen, die sinnliche und handelnde Zugänge erfordern. Sie regen konkrete wie kognitive Auseinandersetzungen der jungen Besucher an. Sie lassen mehrere Ebenen der Erfahrung, des Erlebens und Nachdenkens zu. Interaktive Ausstellungen enthalten:

o Attraktive und aktuelle Inhalte
o Begehbare Inszenierungen zum Handeln
o Experimentelle Anordnungen zum Erproben
o Exponate zum Begreifen, Erkunden und Verwenden
o Anordnungen, die Spielen und Lernen verbinden
o Dinge und Materialien zur Gestaltung und zum Verbrauchen
o Methodenvielfalt
o Anschauliche Gestaltungen und verständliche Texte
o Möglichkeiten der sinnlichen Erfahrungen
o Spiele, Bücher, Medien …

Die Ausstellungen werden entweder vom Team des Kindermuseums und/ oder externen Unternehmen/ Museumsgestaltern evtl. auch mit Beteiligungsprojekten entwickelt und gebaut oder von anderen Anbietern wie Kindermuseen ausgeliehen. Die eigenen Ausstellungen werden so gestaltet, dass sie auch andernorts laufen können, um das Thema zu verbreiten und dadurch auch Leihgebühren als Einnahme zu generieren.


Kindersammlung

Kinder mögen es, Dinge zu sammeln und zu ordnen. Dabei lernen sie symbolische Zuordnungen und Zusammenhänge. Alltägliche oder ungewöhnliche Gegenstände, Gefundenes aus Stadt oder Natur, selbst geschaffene Werke und anderes mehr können zur Sammlung werden. Sie stiftet Identität und gibt dem Dithmarscher Kinder- und Jugendmuseum Profil. Das Sammlungskonzept richtet sich nach den Sammelinteressen der Kinder. Folglich wird sie keine Anhäufung von Dingen einer Art sein, sondern vielfältig und veränderbar durch Neuzugänge oder partielle Auflösung. Die Sammlung hat einen Platz im ständigen Bereich oder wird teilweise je nach Thema in die jeweilige Wechselausstellung integriert.

Räume für Aktivitäten

„Warum wackelt Wackelpudding? Weshalb ist die Erde rund? Können Vögel rückwärts fliegen?“

So neugierig und vielfältig, so aktiv und lebendig wie die Kinder selbst sind, ist das Dithmarscher Kinder- und Jugendmuseum. Es ist ein einladendes warmes und barrierefreies Haus, das die Besucher bereits im hellen und von Kindern mitgestaltetem Foyer willkommen heißt. Neben dem ständigen Bereich mit Spielen und Spielobjekten gibt es im Ausstellungsbereich jeweils eine wechselnde Ausstellung zum Mitmachen mit Begleitprogramm. Ein offenes Atelier mit Material lädt zum Gestalten ein und dient zur Kompetenzförderung der jungen Nutzer. Dort können sie ihre Kreativität entwickeln, selber Experimente und Erfindungen machen oder Neues schaffen, das ihrer Fantasie und Gestaltungskraft entspricht.

Ein kleiner Cafébereich bietet allen Besuchern einen angenehmen Aufenthalt und kann beispielsweise auch für Kindergeburtstagsfeiern genutzt werden. Wasser wird dort immer kostenlos angeboten. Saft, Kaffee, Tee und Gebäck werden kostenfrei mit der Bitte um eine Spende ausgegeben. Zudem gibt es kindgerechte Waschräume mit Wickeltischen. Ein kleiner Museumsshop rundet das Besuchserlebnis ab.

Allen Bereichen gemeinsam ist eine angenehme Atmosphäre, die Vertrauen und freudige Spannung gibt.

Dithmarscher Kinder- und Jugendmuseum i.Gr.